Ich lese gerade das Buch von Jürgen Todenhöfer „… und folgt dir keiner, geh allein“. Er beschreibt darin sein Leben als Politiker, Manager und vor allem als engagierter Aktivist für den Frieden. Kriege müssen gebrandmarkt werden, denn sie treffen am Ende immer die Zivilbevölkerung.
Besonders gegen die hochgerüsteten Militärs der USA, Frankreichs und Israels müssen wir Haltung zeigen. Sie bombardieren rücksichtslos, und wenn ihre eigenen Länder angegriffen werden, reagieren sie mit verheerenden Massakern an unschuldigen Menschen.
Ich sehe die Gedanken von Herrn Todenhöfer in seinen Botschaften auf Facebook; diesen kann ich nur zustimmen, und auch sein Buch überzeugt mich – selbst wenn er einst den NATO-Doppelbeschluss durchgesetzt und den bewaffneten Widerstand in Afghanistan gegen Russland verteidigt hat. Doch ist Pazifismus überhaupt möglich?
Die Politik ist machtbesessen, und Geostrategie ist oft nur ein Wort für rücksichtslose Unterdrückung. Mich berührt der Mut von Jürgen Todenhöfer, dorthin zu gehen, wo es gefährlich ist, und mit Menschen aller Seiten zu sprechen. Viele meiner Lieder sind im Grunde ihm gewidmet.
Ich spüre eine tiefe Machtlosigkeit, wenn Medien und Politik oft einseitig berichten und kritische Stimmen schnell ins Abseits schieben oder mundtot machen. Der Blick auf die Weltpolitik löst bei mir große Betroffenheit aus – besonders die Doppelmoral, die aufgedeckten Lügen und das, was verschwiegen wird, wie etwa die Erzählung rund um die deutsche Einheit.
Die westliche Außenpolitik ist davon geprägt, Militäreinsätze unter dem Deckmantel von Menschenrechten, Freiheit und Demokratie zu führen, während es in Wahrheit um geopolitische Vormachtstellung, Märkte und Rohstoffe geht. Es ist eine fortlaufende, völkerrechtswidrige Interventionspolitik, bei der die UNO im Grunde nichts mehr zu melden hat.
Auch wenn in vielen Ländern die Einheimischen selbst Gräueltaten begehen, liegt die Verantwortung auch bei uns. Wir müssen uns friedlich einmischen. Das ist die echte Chance – und wenn dadurch Austausch und Tourismus entstehen, profitieren am Ende alle.
Wie fühlt sich dieser Eindruck vom Buch für dich an? Gibt es Stellen, die du anders siehst. Ich freue mich auf Rückmeldungen.
