Brücken mit Russland bauen

Brücken mit Russland bauen

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist eine menschliche Katastrophe, die zu einem Dritten Weltkrieg führen kann.  Es gibt keinen Zweifel geben: Russland hat zu den Waffen gegriffen, statt weiterzuverhandeln oder Sanktionen einzuleiten. Dieser Krieg muss so schnell wie möglich beendet werden.

Dennoch darf uns der Schock des Krieges nicht die Sicht auf die komplexen Hintergründe verstellen, die zu dieser Eskalation geführt haben – ohne sie im Geringsten zu rechtfertigen. Von russischer Seite wurden die eigenen Sicherheitsinteressen als gefährdet betrachtet, insbesondere durch die Operationen von NATO-Truppen in der Ukraine und gemeinsame Manöver sowie die erklärte Absicht der Ukraine, die Krim zurückzugewinnen. 

Dies führte zu einer Spirale, die in eine brutale Aggression mündete. Letztlich scheint auf allen Seiten die Geduld für langwierige diplomatische Lösungen gefehlt zu haben. Ein Krieg ist und bleibt ein monumentales Scheitern der Diplomatie.

Kriege werden historisch nur durch Verhandlungen beendet. Die hohen Anforderungen an einen Friedensvertrag, die derzeit vor allem von europäischer Seite gestellt werden, sind zwar verständlich, doch sie dürfen nicht das dringendste Ziel behindern: einen Waffenstillstand. Zunächst muss das Töten aufhören. Ein Waffenstillstand ist der erste, notwendige Schritt, um die Kriegswirtschaft zu stoppen, die täglich neues Leid bedeutet. Erst danach kann unter weniger Druck und ohne ständiges Blutvergießen ein dauerhafter Frieden verhandelt werden. 

Persönliche Initiativen werden in letzter Zeit vor allem von Donald Trump unternommen. Er zeigt, dass der Wunsch nach einer Lösung existiert. Es braucht jetzt alle Kanäle und Akteure, um diesen Prozess einzuleiten. Der Tourismus als Mittel der Begegnung? Russland ist auf internationalen Messen wie der ITB nicht vertreten, und die Reisefreiheit ist stark eingeschränkt. 

Es ist bezeichnend, dass nun Chinesen und Inder in den russischen Markt drängen, während Europa, zu dem Russland geografisch und historisch gehört, sich entfremdet. Tourismus schafft Begegnungen und baut Vorurteile ab. Es ist immer besser, miteinander zu reden und die Perspektiven beider Seiten – auch die der russischen Bevölkerung, die oft nicht gleichzusetzen ist mit der Führung – zu sehen. Russland gehört zu Europa. Eine dauerhafte, friedliche Ordnung für den gesamten Kontinent kann es nur mit einem eingebundenen Russland geben.

Die Vision von Peaceland.berlin – des Friedens durch Begegnung – ist heute notwendiger denn je. Wenn die Welt aufhört zu reisen, hört sie auf, sich zu verstehen. Wir brauchen den Mut, auch in Zeiten des größten Konflikts, die Brücke der Menschlichkeit offenzuhalten. Der Weg zum Frieden beginnt nicht erst mit dem Friedensvertrag, sondern mit dem ersten Gespräch und der Erkenntnis, dass ein ungerechter Frieden besser ist als der gerechteste Krieg.

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